Im Jetzt sein

Liebe in Zeiten der Apfelbaumblüte

Es war einmal ein Apfelkern, der wollte lieben so gern.

Doch wie konnte er das tun, ohne weiter im Kerne zu ruhn?

"Ich glaube, ich werde auf Wanderschaft gehen,

hinaus in die Welt um die Liebe zu finden!"

Doch statt nach außen, triebs ihn nach innen

Und es schien, als ward er von hinnen.

Der Frühling kam und im Kern entstand Leben,

auf einmal hatte die Erde ihm Triebe gegeben.

So wuchs und wuchs er, Jahr um Jahr,

war bald ein richtiger Apfelbaum, wunderbar!

Jahre gingen ins Land, er hatte viel zu sehen,

sein Platz, gut gewählt, ließ ihn in der Mitte der Landschaft stehen.

Er wurde höher und breiter und immer größer,

des Herbstes Früchte auf ihm rot und röter.

Eines schönen Morgen jedoch, erinnerte er sich an des Kernes Wunsch:

Lieben wollte ich, was ist daraus geworden?!

Nun bin ich groß und stattlich, meine Früchte erfreuen die Menschen um mich,

doch ich, wo bleibe ich?

Der nächste Frost, er kam, doch vorher war es schon warm,

der Baum hatte sich schon ausgedehnt, der Sonne entgegengelehnt,

immer auf der Suche nach der Liebe im außen

da brach die Kälte den Stamm in zwei dicke Hälften, die Mitte war draussen


Oh weh und ach, der Baum wurde schwach, es schien zu Ende zu gehen.

Doch dann – man glaubt es kaum, konnte der Baum das erste Mal sich selber schaun.

Die zwei Teile waren männlich und weiblich und doch immer eins.

Der Baum sah sich an und es gab Schöneres nichts!

Die Liebe hatte er nun gefunden und reckte sich entgegen, dem anderen Teil,

ein aufamten und wieder erkennen und das Staunen:

nie war ich ohne das andere Teil, immer war es in mir gelegen

und er erkannte: "Ich liebe mich, so wie ich bin und schon immer gewesen!"

Der Frost hatte es möglich gemacht, zu sehen, was schon immer er gefühlt,

dass alles ist in ihm selber und nichts von ihm getrennt

und so liebten sich die beiden Teile, waren eins und doch auch zwei

doch – Achtung, schon eilte die Schlange herbei!!


Sie konnte so eine Liebe nicht ertragen,

wollte den Baum aus dem Paradiese verjagen.

Von hinten schlich sie sich an, um ihr Gift zu versprühen,

doch der Baumgeist hatte sie gesehen.



Nicht noch einmal wie zu Adams und Evas Zeiten,

wir lassen uns nicht schon wieder vertreiben!

Zu Holz wurde durch Zauber die Schlange nun

und konnte dem Apfelbaum nichts mehr tun.

Und die Moral von der Geschicht?

Lass vertreiben dich aus dem Paradiese nicht!

Liebe dich selber, so sehr du kannst

das ist der Zauber, nimm ihn und tanz!

16.4.2007



Altweibersommerglück

Bunte Lichter wirft der Tag an meine Wände

Es sind die Kristalle in den Fenstern, die uns

Regenbogen in unser Haus zaubern.

Die Vögelchen flirren scheinbar von Hecke zu Hecke

und toben in den Bäumen um die Wette.

Lilibell, die grüne Libelle übt sich wieder im Kunstflug

und Felix das rote Eichhörnchen huscht von Baum zu Baum,

Heu im Mäulchen fürs Winternest.

Die Pferde auf der Koppel gegenüber lassen

sich das letzte frische Gras schmecken

und die frechen Spechte streiten sich mit Krähen

um die letzten Leckereien des Sommers.

Die seidenen Fäden, die der goldene Oktober

durch das herbstliche Leben zaubert,

schimmern im Licht der Sonne und

erinnern mich an die Feenwelt.

Barfuß im feuchten Gras nehme ich dies alles in mir auf,

schreite durch den bunten Garten, der sich im Sonnenlicht aalt

und will diese Eindrücke in den Winter nehmen,

um mich zu erinnern, wenn ich einmal friere.

Nelson, mein Hund springt in

langen Sätzen dem Stöckchen nach

und sein jubelndes Glück leuchtet aus seinen Augen

direkt in mein Herz

Altweibersommerglück

Leela 14.10.05



Die Kraniche ziehn wieder

Heute im Garten,

spiele mit unserem Hund,

höre ich

ein mir so bekanntes, tief vertrautes Geräusch:

grrrrrrrrrrrrrrr grrrrrrrrrrrrr

die Kraniche kommen…………….

Schwärme um Schwärme fliegen

über meinen Kopf hinweg,

mein Herz reagiert augenblicklich,

und öffnet den Tränen in den Augen Tür und Tor.

Seit Jahrtausenden, so kommt es mir vor,

stehe ich hier und atme mit dem Flügelschlag

der erhabenen Vögel.

Bin ich denn einer von ihnen?

Oder ist es die alte Nomadensehnsucht:

zieh weiter, zieh in den Westen,

oder:

zieh in den Süden.

Ohne nachzudenken: einfach loszufliegen;

Tausende von Kilometern

Der Sonne und dem Futter entgegen;

und im Frühjahr genau entgegengesetzt!

Ich lasse Teile meiner Seele mit ihnen ziehen,

erhebe mich in der vermeintlichen Schwerelosigkeit

und spüre die unendliche Freiheit,

frei – frei sein……….wie die Vögel des Glücks

die Kraniche waren wieder da

grrrrrrr grrrrrrrr




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